Zwei pferdeverrückte Mädels, völlig planlos im Internet unterwegs, entdecken Howrse. Natürlich mussten wir auch dort Pferde haben – als würden die im echten Leben nicht schon reichen. Wir sind seit wir zarte fünf Jahre alt waren geritten… aber klar, virtuelle Pferde züchten? Unbedingt notwendig. Logisch.
Also haben wir angefangen. Ohne Plan. Ohne Strategie. Ohne Ahnung, dass es hier Menschen gibt, die das Spiel betreiben wie andere ein Wirtschaftsstudium. Pässe, Götter, Wettbewerbsoptimierung, perfekte Zuchtlinien, Excel-Tabellen im Hintergrund – und irgendwo da draußen vermutlich Leute, die heimlich Cheatcodes entwickeln, um auch ja jeden Wettbewerb zu gewinnen.
Und ich? Ich hab meine Pferde gezüchtet. Das war’s.
Jahrelang ist komplett an mir vorbeigegangen, wie ernst manche das hier nehmen. Ranglisten? Hab ich, glaube ich, zweimal angeschaut. Events mit Pässen durchspielen? Ich struggle schon mit meinem echten Alltag, ich setz mich doch nicht noch abends hin und mache eine Projektplanung für ein Pixel-Pferd.
Seit ungefähr zwei Jahren verstehe ich zumindest ansatzweise, was hier eigentlich abgeht. Ein bisschen. Vielleicht. Also so halb.
Vieles ist mir immer noch ein Rätsel und ehrlich gesagt auch ein bisschen zu aufwendig für meinen „Ich mach das hier aus Spaß“-Lifestyle.
Falls ich also irgendwann mal ein absolutes Super-Pferd mit seltenem Kameraden oder sonstigem High-End-Gedöns für einen Spottpreis verkauft habe:
Herzlichen Glückwunsch. Du hattest einfach Glück, dass ich hier nie im Strebermodus unterwegs war.
Dieses ganze tägliche Beglückwünschen, Strategien durchoptimieren, Event-Minmaxing – Respekt an alle, die das feiern. Wirklich. Aber ich bleib bei meiner entspannten „Oh süß, ein Fohlen“-Mentalität.
Und ganz ehrlich? Genau das mag ich daran. Ich hab Spaß an meinen Pferden. Ab und zu begegnet man hier auch echt netten Menschen.
Und wenn sich dann mal – durch pures Unwissen oder göttliche Fügung – ein göttliches Pferd zu mir verirrt, weil ich zufällig irgendwas richtig gemacht habe, dann ist das mein persönliches Highlight des Jahres.
Ich bleib also vermutlich weiterhin die leicht verpeilte Hobbyzüchterin von nebenan.
Aber hey – seit 2012 dabei. Mit Unterbrechungen. Und immer noch da.