Inmitten einer weiten Landschaft grüner Hügel, durchzogen von kleinen Bächen, befindet sich das Lager des WiesenClans. Es liegt verborgen in einem kleinen Kessel, gesäumt von einigen Baumgruppen und Büschen. Hier lebt seit einigen Jahren eine kleine Gemeinschaft arabischer Pferde, die das wilde Leben über das mit Menschen wählten. Alles begann mit zwei Fohlen, Schnee und Eis, die in einem tragischen Gewittersturm ihre Eltern verloren und weit entfernt von ihrem Hof verängstigt von einer Stute namens Gluckenmutter gefunden und aufgenommen wurden. Ein merkwürdiger Traum hatte sie viele Tage geleitet, und sie hatte sich auf diese Reise begeben, obgleich sie selbst trächtig war. Während sie also zu dritt lebten, wurde Gluckenmutter in ihrem Schlaf von fremden Pferden heimgesucht, die ihr von einer uralten Lebensweise fernab der Menschen erzählten. Sie erfuhr, dass die beiden Fohlen, die sich unter ihrer Aufsicht tagsüber auf der grasbewachsenen Lichtung balgten und langsam das Schlimme vergaßen, das sie erlebt hatten, Nachkommen dieser wilden Krieger waren und die Aufgabe hatten, den Clan wiederaufzubauen. Gluckenmutter schwor sich, sie dabei zu unterstützen und gab ihnen ihre Fohlennamen; sich selbst nannte sie Haselherz. Auch sie musste noch viel über das wilde Leben lernen, dennoch unterrichtete sie die rasch größer werdenden Fohlen, so gut sie konnte. Aus Schneefohlen und Eisfohlen wurden Schneehuf und Eishuf, und sie trainierten eifrig ihre Ausdauer und Geschwindigkeit, lernten, welche Gräser essbar waren, sich vor Feinden zu verbergen, und das Gesetz der Krieger zu befolgen. Eines Tages trafen sie dabei auf ein anderes Fohlen, das sich anscheinend verlaufen hatte, und nahmen es auf seinen Wunsch in den Clan auf. Haselherz nannte es Fremdfohlen, doch es schien nicht weiter unter diesem Namen zu leiden. Die Stute war inzwischen hochträchtig und konnte weder Gras für die anderen sammeln, noch die Geschwister weiter trainieren. Deren Ausbildung neigte sich ohnehin dem Ende zu, und so bekamen sie in einer feierlichen Zeremonie ihre Kriegernamen Eisblitz und Schneemähne verliehen. Eisblitz übernahm es, das Lager zu bewachen und Gras zu sammeln, daher kümmerte sich seine Schwester um die Ausbildung Fremdhufs, der eigentlich nur wenig jünger war. Eines Nachts gebar Haselherz gleich zwei Fohlen, die sie Schleierfohlen und Sumpffohlen nannte. Eisblitz kümmerte sich hingebungsvoll um die Versorgung der kleinen Familie und half Haselherz auch bei der Erziehung von Sumpffohlen, der ihn ständig mit kleinen Federn und anderen Schätzen beschenkte, die er fand, und Schleierfohlen, der besonders verschmust war. Es überraschte niemanden, als die beiden ihre Beziehung bekannt gaben. Hingegen war Schneemähne sehr erstaunt darüber, wie schnell Fremdhuf fraß, besonders aber lernte, er schien doppelt so begabt wie sie und ihr Bruder zu sein. Ehe sie es sich versah, erhielt auch er seinen Kriegernamen Fremdschatten. Die beiden fuhren jedoch fort, gemeinsam Gras zu sammeln und das Territorium zu sichern, bis Haselherz Schneemähne feierlich eine Trächtigkeit bestätigte. Schleierhuf und Sumpfhuf waren inzwischen alt genug, ihre Ausbildung zu beginnen, die Eisblitz und Fremdschatten übernahmen. Schneemähne wurde immer schwerfälliger, und eines Nachts erblickte Blumenfohlen die Welt, die von Fremdschatten und Schneemähne sehr innig geliebt wurde. Sie wurde bei der Aufzucht von Haselherz begleitet, die selbst erneut trächtig war. Kurz, nachdem aus Blumenfohlen Blumenhuf geworden war, erreichte Schneemähne ein seltsamer Traum, der ihr befahl, allein zu einem fremden Ort zu reisen, an dem unterirdisch ein Stein glühte, so feurig, dass sie davon erwachte. In großem Vertrauen zu ihren Vorfahren machte sich die Stute auf den Weg. An jenem Stein angekommen, erschien ihr der SternenClan erneut im Traum und verliehen ihr neun Leben, gemeinsam mit einem neuen Namen: Schneestern. Zurück in ihrem Clan machte die frisch ernannte Anführerin Eisblitz zu ihrem Stellvertreter und der Alltag kehrte wieder ein. Bald darauf brachte Haselherz ihre und Eisblitz‘ erste Fohlen zur Welt, denen sie die Namen Bachfohlen und Wellenfohlen gaben. Fremdschatten bemerkte verwundert, dass Haselherz besonders vom SternenClan gesegnet sein musste, dass sie schon wieder Zwillinge gebar. Eisblitz hatte dieses Mal jedoch nicht die Gelegenheit, fast all seine Zeit bei den Fohlen zu verbringen, da große Pflichten auf ihn warteten. Mit Schneesterns zweiter Trächtigkeit musste er die Position des Anführers ausfüllen. Ihr Neugeborenes benannten sie Flockenfohlen, nach deren großer Ähnlichkeit zu ihrer Mutter. Bachhuf und Wellenhuf konnten ohnehin schon bald zu Schülern ernannt werden, doch während Bachhuf fröhlich mit seinen älteren Halbgeschwistern und seiner Cousine spielte, trainierte Wellenhuf in seiner Freizeit immer weiter. Haselherz und Eisblitz lobten seinen Ehrgeiz und ermunterten ihn, sich ein wenig zu entspannen, doch Wellenhuf gab nicht nach und war trotz des Altersunterschiedes bald den älteren Schülern ebenbürtig. Die neu ernannte Schülerin Flockenhuf eiferte ihm nach, und wurde dabei stets von Schneestern und Fremdschatten ermahnt, nicht zu viel auf sich zu nehmen, die ihre ungelenken Sprünge und Wettläufe besorgt beobachteten. Doch ganz gleich, wie unvorsichtig die Schülerin war, nie geschah ihr etwas, als hielten die Sterne stets schützend einen Huf über sie. Darin erkannte sich Haselherz wieder, die ebenfalls stets in Glück und Gesundheit gelebt hatte. Mit der Zeit, die ins Land zog, klagte sie jedoch zunehmend über kleinere und größere Leiden, und obgleich es schleichend ging, dauerte es nicht lange, bis der Stute die Kraft fehlte, weiter zu patrouillieren und die zahlreichen Schüler zu trainieren, und sie den Großteil der Tage in ihrem Nest verbrachte. Schneestern machte sich ebenso große Sorgen wie Eisblitz und rief den SternenClan in ihren Träumen an, ihnen zu helfen. Tatsächlich ließ die Antwort nicht allzu lange auf sich warten. Sie kam in Form eines jungen Hengstes mit einer seltsamen Fellstruktur, der an der Grenze gefunden wurde und etwas von Pferden mit Sternen in der Mähne erzählte. Schneestern und Eisblitz erinnerten sich an einen Aspekt von Haselherz‘ Erzählungen, als sie noch jünger gewesen waren: Im Clan gab es nicht nur Krieger und Schüler, sondern auch ein Pferd, das statt des Trainings lernte, wie es seine Clangefährten heilen konnte. Obgleich das neue Pferd, das sich als Donn vorstellte, noch ein halbes Fohlen hatten, stellte Schneestern ihm Haselherz vor. Donn wiederholte zögerlich die Worte des Pferdes aus seinen Träumen, das ihm eingeprägt hatte, dass Verletzungen und Krankheiten geheilt werden konnten, doch kein Pferd allmächtig sei und gegen einiges, wie das Alter, kein Heilmittel existierte. Den Gedanken anzunehmen, dass Haselherz nicht mehr allzu lange unter ihnen weilen würde, war sehr schwer, doch dafür konnte das neue Pferd nichts, weshalb Schneestern ihn dennoch feierlich als ersten Heilerschüler in den WiesenClan aufnahm und den Namen Federhuf gab.